Das Kaufhaus Tyrol

Fassade des Kaufhaus Tyrol mit großen Fensterfronten in der Fußgängerzone der Maria-Theresien-Straße mit der Annasäule und verschneiten Bergen im Hintergrund.

Shopping im Herzen Innsbrucks

Mitten in der Fußgängerzone rund um die Maria-Theresien-Straße gelegen, sorgt das Kaufhaus Tyrol für die Revitalisierung der traditionellen Shoppingmeile und eröffnet eine ganz neue Shoppingwelt mitten im Herzen von Innsbruck.

Die hundertjährige Handelsgeschichte

Am 16. März 1908 eröffneten die jüdischen Familien Bauer und Schwarz das erste Großkaufhaus in Innsbruck und läuteten damit eine völlig neue Ära im Einzelhandel ein. Auch die Architektur des neuen Kaufhauses war bahnbrechend. Als erster Stahlbetonbau Innsbrucks war das Gebäude bereits damals mit einer Zentralheizung, Aufzügen und einer 18 Meter hohen Mall mit Glasüberdachung ausgestattet.

Nach Zwangsarisierung und Zerstörung vor und während des Zweiten Weltkrieges wurde das Haus in den Jahren 1945 bis 1954 wieder aufgebaut und 1966 in „Kaufhaus Tyrol“ umbenannt.

In den folgenden Jahren blieb die Zeit im Kaufhaus Tyrol ein wenig stehen. Die zentrale Lage war zwar ein großes Plus, jedoch wurde immer deutlicher, dass diese allein für die Zukunft nicht mehr ausreichen würde.

Drei historische Fotos als Collage mit Jahreszahlen: Die Maria-Theresien-Straße 1908 mit der Annasäule, die Fassade 1938 und die Gebäudefront 1974.

Aufbruch in eine neue Ära

Die lange Suche nach dem neuen Gesicht des Kaufhaus Tyrol endete im Oktober 2007 mit der Entscheidung für den Entwurf des englischen Stararchitekten David Chipperfield.

Das war ein echter Glücksfall für Innsbruck, da die in Zusammenarbeit mit Dieter Mathoi Architekten realisierte Architektur moderne Eigenständigkeit mit Identität stiftenden Merkmalen als Reminiszenz an die Historie vereint. Die sanfte Reparatur der Prachtstraße ist somit vollkommen gelungen, und die Wiederauferstehung eines Tiroler Handelswahrzeichens ist geglückt.

Das Kaufhaus Tyrol wurde im Sommer 2025 von Peek & Cloppenburg (Düsseldorf) übernommen.
Fassade des Kaufhaus Tyrol mit großen Fensterfronten in der Fußgängerzone der Maria-Theresien-Straße mit der Annasäule und verschneiten Bergen im Hintergrund.

Modernste Umwelttechnologie

Das Kaufhaus Tyrol ist das erste Shopping Center, das über ein System der Betonkernaktivierung verfügt. Das bedeutet, dass die Gebäudestruktur zum Speichern thermischer Energie genutzt wird, um sie bei Bedarf (heizen oder kühlen) freizusetzen. Dank dieser innovativen und umweltfreundlichen Technologie, in die zwei Millionen Euro investiert wurde, kann jährlich ein CO2-Ausstoß von 5.000 Tonnen eingespart werden.

Luftaufnahme der großen Baustelle im Herzen der Innsbrucker Innenstadt während der Bauphase und Revitalisierung des Kaufhaus Tyrol.

AUSZEICHNUNGEN UND AWARDS

2012: Prime Property Award (2. Platz)

Der Prime Property Award zeichnet europäische Immobilieninvestments aus, die wirtschaftlichen Erfolg auf vorbildliche Weise mit ökologischer und soziokultureller Nachhaltigkeit verbinden. Aus 160 Projekten wurde das Kaufhaus Tyrol dank der umfangreichen Nutzung des Innwassers sowie eines innovativen Niedrigenergiekonzepts auf den zweiten Platz gereiht.

2012: Staatspreis für Architektur

„Nach außen hin ruhig und kontrolliert, im Inneren bewegt und theatralisch …“, so liest sich die Begründung für den 2012 verliehenen Staatspreis für Architektur. In der noble Atmosphäre des Kaufhaus Tyrol fühle man sich an die großen Passagen aus dem 19. Jahrhundert erinnert, als beim Einkaufen nicht der Konsum, sondern das Flanieren im Vordergrund stand.

2011: ICSC European Conference-Awards

Das Kaufhaus Tyrol wurde 2011 zum schönsten und besten Einkaufszentrum Europas gekürt. Als Kriterien des weltweit renommierten ICSC European Conference-Awards gelten neben der Architektur unter anderen die Qualität der Entwicklung, der Shopmix, die Nachhaltigkeit sowie die Akzeptanz bei den Kunden.